Kirchliche Geschichte

Nach der Pfarrteilung Ebern – Pfarrweisach 1232 blieb Rabelsdorf kirchlich bei Pfarrweisach. Kurz vor der Reformation, um 1516 wird die kirchliche Zugehörigkeit nach Pfarrweisach noch einmal bestätigt. Durch eine Kirchenrechnung aus dem Jahr 1574, ist der Bestand einer Kirche in Rabelsdorf erstmals nachweisbar. 1689 ist in einer Pfarrbeschreibung von einem wüsten Kirchlein, den heiligen Bartholomäus und Antonius von Padua geweiht, die Rede.

Nach einem Erlass durch die bayerische Regierung 1828 wurden die Rabelsdorfer Protestanten nach Altenstein umgepfarrt. Das gab aber Grund zum Streit, weil die zahlenmäßig weit überlegenen Protestanten – und mit ihnen natürlich der Pfarrer von Altenstein – die Kapelle für sich beanspruchten, wohingegen die Pfarrei Pfarrweisach das alleinige Eigentumsrecht zu behaupten versuchte. Der Streit um dieses Simultaneum und das Mietvorstandsrecht des Pfarrers von Altenstein in der Kirchenverwaltung zog sich über viele Jahrzehnte bis Anfang des 20. Jahrhunderts hin. Ab Anfang der 1880er Jahre wechselte die Kirchenverwaltungsvorstandschaft jährlich zwischen dem Pfarrer Altenstein und dem von Pfarrweisach. 1897 erkennt die katholische Kirche das Simultaneum an. 1843 fand eine durchgreifende Außen- und Innensanierung statt, dabei wurde der Dachreiter neu aufgerichtet.

Streit gab es auch bei der Planung der Kirchensanierung 1990, der damalige Bürgermeister Richard Zöller besichtigte die Rabelsdorfer Kirche zusammen mit dem Amt für Denkmalschutz und Dekan Walter Leonhard aus Pfarrweisach. Das erboste Pfarrer Prockl aus Altenstein, weil wie aus den Akten hervorgeht die Kapelle bei der letzten Renovierung ihren gesamten evangelischen Charakter beraubt wurde.

1991 wurde die Kirche wieder Renoviert. Der ursprüngliche Taufstein befand sich in Lichtenstein, er soll wieder in Rabelsdorf aufgestellt werden. Auch eine Kanzel wie auf alten Fotos entdeckt soll wieder eingebaut werden. Die Kanzel wurde in einer Scheune in Ostheim wieder entdeckt. Die aus einer „Dunklen Zeit“ (1942) stammende Wetterfahne mit SS Runen soll durch ein Kreuz ersetzt werden. 1992 wird das neu hergerichtete Gotteshaus von Pfarrer Bayer aus Altenstein und Dekan Leonhard aus Pfarrweisach neu eingeweiht.

Kirchweih wird seit je her am ersten Sonntag im September gefeiert. Hierzu wallen die Katholischen aus Pfarrweisach traditionell mit Musik und Standarten zum  Gottesdienst nach Rabelsdorf.

Simultankirche

Der Kreis Haßberge hat zwei Gotteshäuser für beide Konfessionen. Was vor Jahrhunderten aus einem Streit zwischen Katholiken und Protestanten entstand, hat in Rabelsdorf (Gemeinde Pfarrweisach) und Untermerzbach zu einem harmonischen Miteinander geführt. Die beiden Orte im Osten des Landkreises Haßberge eint ein Attribut, das es sonst nur noch 62 Mal in Deutschland gibt. Die Gotteshäuser beider Dörfer sind Simultankirchen, das heißt, sie werden von zwei Konfessionen gemeinsam genutzt. Falsche wäre es, jetzt zu denken, dass in den Haßbergen einsame Vorreiter ökumenischen Zusammenseins leben, wie es das Zweite Vatikanum anstrebte. Simultankirchen entstanden vielmehr durch rechtliche Regelung, zu einer Zeit, als Staat und Kirche noch nicht getrennt waren. In Folge der Reformation und des häufigen Macht- und Besitzwechsels in den Dörfern des heutigen Landkreises gab es allerlei Konfusionen bei der Konfession. Die Simultaneen, wie es die Fachleute nennen, sind Folge davon.

Streit um die Kirche

Nach der Pfarrteilung Ebern-Pfarrweisach 1232 war Rabelsdorf kirchlich bei Pfarrweisach geblieben. Als die bayerische Regierung 1828 die Rabelsdorfer Protestanten per Erlass nach Altenstein um pfarren wollte, gab es Streit. Die evangelische Mehrheit im Dorf und mit ihr der Pfarrer von Altenstein, beanspruchte die Kapelle für sich. Andererseits beharrte die Pfarrei Pfarrweisach auf dem alleinigen Eigentumsrecht. Der Streit zog sich bis ins späte 19. Jahrhundert hin. Erst 1897 erkannte die katholische Kirche die Nutzung durch beide Konfessionen an.

Heute hat dies kaum mehr Bedeutung, denn außer bei Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen finden nur noch selten Gottesdienste in Rabelsdorf statt. Den Sonntagsgottesdienst besuchen die evangelischen Christen in Altenstein, die katholischen in Pfarrweisach. In der Adventszeit allerdings gibt es alljährlich eine vom Feuerwehrverein Rabelsdorf organisierte ökumenische vorweihnachtliche Feier.